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Ein Fest von allen für alle
Stolze 70 Jahre werden die Ruhrfestspiele in diesem Jahr. „Deshalb müssten wir beim Kulturvolksfest am 1. Mai eigentlich ein Feuerwerk entzünden“, erklärt Alois Banneyer, Theaterpädagoge des Festivals und für die Planung des Festivitäten auf Recklinghausens „grünem Hügel“ verantwortlich. „Doch das werden wir nicht machen!“
Stattdessen werde man sich auf das beschränken, was man könne: „Nämlich ein Fest von allen für alle zu veranstalten“– mit viel Musik, Artistik, Tanz, Kleinkunst und Aktionen. „In diesem Jahr allerdings noch ein wenig politischer und näher am Thema der Festspiele als sonst.“
Auftakt der Veranstaltung rund um das Recklinghäuser Ruhrfestspielhaus ist die traditionelle Maikundgebung des DGB um 12 Uhr. Im Anschluss werden hier – auf der Bühne vor dem Festspielhaus – die 70. Ruhrfestspiele offiziell eröffnet.
Im Kleinen Theater des Ruhrfestspielhauses geht es dann „echt tierisch…“ zu, wenn die Mini-Sinfos Recklinghausen/Herten, das Jugendsinfonieorchester Recklinghausen und die Neue Philharmonie Westfalen Korngolds „The Sea Hawk“, Survivors „Eye of the Tiger“ und Strawinskys „Feuervogel“ zum Besten geben. Musikalisch geht es im Anschluss mit dem Flüchtlingschor Hannover und Werken von „Amazing Grace“ über Bizets „Carmen“ bis hin zu Beethovens „Ode an die Freude“ weiter.
Im Saal Zeppelin begegnen derweil die Besucher im Figuren-Pantomimen-Spiel „Der Schöne und das Biest“ einem Schönen, der gar nicht so schön, und einem Biest, das gar nicht so biestig ist. Und in „Hör mir zu“ konfrontieren Alejandra Jenni Palma und Sebastian Gisi ihr Publikum in einer Mischung aus Akrobatik, Tanz und Sprache provokant mit dem aktuellen Umgang mit Geflüchteten.
Währenddessen wird im rechten Seitenfoyer des Festspielhaus bei einer Diskussion den „Ursachen von und Gründen für Flucht“ auf den Grund gegangen. Außerdem erzählen hier türkische Lehrlinge in der Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ über ihre Migration und Integration vor 50 Jahren.
Im linken Seitenfoyer erhalten die Besucher in offenen Proben einen Vorgeschmack auf das Theaterprojekt „wg. Deutschland“. Anschließend geht es von der Probebühne auf die Tanzfläche: Nach einer Tango-Show können die Besucher selbst das Tanzbein schwingen. DJ Consigliere legt auf.
Mit „DANCE“ startet am 1. Mai auch das Programm im Theaterzelt: Hier zeigen die internationalen Tänzer von BBC (Best Boys Club) unter dem Titel „Nur Mensch sein“ einen Ausschnitt aus ihrem Projekt der „kumpane“-Kultur-Kampagne.
„Dabkeh“ ist eine einzigartige Mischung aus Folklore, Breakdance und weiteren Tanzstilen, die zehn jungen Tänzer aus Syrien und Palästina von Ojin – the survivor auf die Bühne bringen. In der Choreografie „Unterwegs“ erzählt die Schule für Bühnentanz Robin Lynn die berührende Geschichte einer Reise – oder ist es eine Flucht? Unter dem Titel „The Doppelchor“ treffen der integrative Chor der Lebenshilfe e. V. Chorcan und der auf Initiative der Ruhrfestspiele gegründete Chor Kumpane mit Vest-Bürgern aus aller Welt zusammen. Mit skurrilen Figuren, intelligentem Wortwitz und agiler Körpersprache erzählt das Theater Narrattak unter dem Titel „Arlecchino reloaded“ die Geschichte einer konfliktreichen Liebe zwischen Arm und Reich. Und in „The Audition“ setzen sich die jungen Künstler von ART.62 in einer Mischung aus Schauspiel, Tanz und Artistik mit den Ängsten, Träumen, Werten und Normen ihrer Generation auseinander.
Die Musikbühne an der Dorstener Straße vor dem Festspielhaus steht in diesem Jahr ganz im Zeichen von Newcomer-Bands aus dem Kreis Recklinghausen. In acht Vorrunden haben 30 Musikgruppen aus Recklinghausen und Umgebung um den Einzug ins Finale des Wettbewerbs „Sparkassen-Clubraum“ gespielt. Am 1. Mai wird der Sieger des Jahres 2016 ermittelt, der beim Abschlusskonzert der Ruhrfestspiele am 18. Juni im Stadtgarten als Vor-Band der Neuen Philharmonie Westfalen spielen wird. Über den Sieger entscheiden sowohl das Publikum – mittels eines „Applausometers“ – als auch eine Jury. Begleitet wird der Konzert-Wettbewerb von der Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Jugendliche für die Risiken übermäßigen Alkoholkonsums sensibilisieren will.
Auf der Wiese am Hirschgehege wacht derweil Rodrigo in der „Nanirossi Show“ eifersüchtig über seine Liebste Josephina. Dank akrobatischer Einlagen und komödiantischem Talent ganz zum Amüsement der Zuschauer. Und „Sómente“ erzählt hier ganz ohne Worte die poetische Geschichte eines einsamen alten Mannes, der auf einer Parkbank darauf wartet, dass etwas passiert – oder nur darauf, dass die Zeit vergeht.
Was Kinder alles können, wenn man ihnen Freiräume gibt, wird im „Kinder stark machen“-Erlebnisland der BZgA in Kooperation mit der Drogenhilfe Recklinghausen und Ostvest e.V. (DROB) und dem StadtSportVerband Recklinghausen e.V. auf der mittleren Wiese hinter dem Ruhrfestspielhaus vermittelt. An Mitmachstationen wie einem Niedrigseilgarten und einem Vertrauensparcours sowie auf einer Spielbühne dreht sich alles um Mut, Anerkennung und Teamgeist. Mit dabei ist Singa Gätgens, KiKA-Moderatorin und Botschafterin von „Kinder stark machen“. Und auf der Wiese an den Tennisplätzen präsentieren sich Vereine und Initiativen mit Info-Ständen.
Überall und nirgends tauchen schräge Gestalten und Akrobaten auf: die Besucher erwartet eine luftige Show im Heliumballon, fantasievolles Stelzentheater, geheimnisvolle Spiegel, verrückte Spanier, musikalische Dickköppe, brasilianische Kampfkunst, magische Zaubertricks und vieles mehr. Darüber hinaus sorgen auf dem gesamten Gelände Spezialitäten aus der internationalen und der heimischen Küche für das leibliche Wohl.
Weitere Informationen unter www.ruhrfestspiele.de. / Foto: NBM(Archiv)