„Fehler sind out“
WIRTSCHAFT. Wer als Existenzgründer erfolgreich sein möchte, braucht eine gute Idee, Mut, eine gute Planung und ganz viel Durchhaltevermögen. Und natürlich eine gehörige Portion Wissen. Erfolgsgeschichten gibt es viele, aber wer redet schon gerne über Pleiten, Pech und Pannen? Über Dinge, die mal so richtig schief gelaufen sind. Bei der ScrewUp-Night am 19. September im Kohlenkeller in Herten werden Unternehmer genau darüber sprechen – und versuchen, gemeinsam mit dem Team vom Startercenter möglichst viele Existenzgründer und Jungunternehmer vor dem einen oder anderen Fehltritt zu bewahren.
Tobias Probst ist Tätowierer, wohnt in Recklinghausen, betreibt sein Studio Daily Bread Tattoos in Oer-Erkenschwick, und hat jahrelang daran gearbeitet, keine schlaflosen Nächte mehr wegen seiner Selbstständigkeit zu haben. „Wenn das Licht angeht, kommen die Motten. Da steht die GEMA mit vielen anderen zusammen vor der Tür und möchte Geld haben, bevor man auch nur den ersten Euro verdient hat. Ich habe mir einen Kaffeevollautomaten aufschwatzen lassen für 4.000 Euro, den keiner braucht“, gibt der 42-Jährige einen ersten Einblick in das, was schief gehen kann.
Zeitmanagement und Preise – auch das sind Themen, bei denen Existenzgründer ins Straucheln geraten können. „Es ist gar nicht so leicht, Preise zu machen. Selbst-Wert ist gerade bei Frauen oft ein Problem. Beim Blick aufs Konto kommen immer wieder mal Selbstzweifel. Darum muss man Vertrauen entwickeln, dass alles gut wird, sonst wird es psychisch sehr anstrengend“, sagt Isabelle Romann. Die 40-Jährige ist Bewerbungsberaterin und Lektorin, wohnt und arbeitet in Haltern am See. Sie hat sich für die Teilnahme an der ScrewUp-Night entschieden, um anderen Mut zu machen: „Fehler sind out, nicht so sexy. Darüber spricht man nicht gerne. Aber dadurch lernt man am meisten.“
Genau dieses Ziel verfolgt das Team vom Startercenter. „Wir möchten im Kreis Recklinghausen ein Format anbieten, das es hier bislang nicht gegeben hat. Es geht darum, auch mal Tacheles zu reden, aber eben auch, anderen Mut zu machen“, sagt Petra Bauer, Leiterin des Startercenters. Henrike Hartz, die die Veranstaltung gemeinsam mit Silke Tappe organisiert hat, ergänzt: „Aus Erfahrungen kann man oft mehr lernen als aus reinen Informationen. Darum freuen wir uns, dass drei Existenzgründer aus dem Kreis Recklinghausen und ein Vorstandsmitglied des VfL Bochum bereit sind, an diesem Abend über Pleiten, Pech und Pannen zu sprechen.“
Die ScrewUp-Night findet statt am kommenden Dienstag, 19. September, um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im Kohlenkeller Herten, Lise-Meitner-Straße 16. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist wegen der begrenzten Platzzahl aber erforderlich – telefonisch bei Henrike Hartz unter ( (02361) 53 43 30 oder per E-Mail an h.hartz@kreis-re.de. / Foto: Kreis RE