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Start in ein neues Leben
BERTLICH. Hier wohnen, leben, lernen und arbeiten zu können, ist für viele Kinder eine große – wenn nicht sogar die letzte – Chance, ihr Leben in geregelte Bahnen zu lenken. Im Christlichen Jugenddorf in Bertlich (CJD) finden junge Leute einen Ort, der ihnen eine Perspektive geben will. „Es geht mit Volldampf nach vorne“, so Bürgermeister Dr. Uli Paetzel, der sich begeistert zeigte, wie sich das CJD Herten seit seinem letzten Besuch 2004 entwickelt hat. In dem Dorf wohnen Jugendliche mit kriminellem Hintergrund, emotionaler Behinderung, junge Menschen aus schwierigen sozialen Verhältnissen oder mit einer „Drogenkarriere“. Auch junge Mütter oder Schwangere bekommen hier Hilfe. Dabei ist es egal, ob sie Konflikte mit sich selbst, ihrem Umfeld oder der Mutterrolle haben. „Und wie ist das mit anderen Glaubensrichtungen?“, fragt Uli Paetzel. „Kein Problem“, sagt CJD-Einrichtungsleiter Marco Schlicht und erläutert, dass die Konfession keine Rolle spiele. Im CJD gibt es auch betreute Wohngruppen. Neben der allgemeinen Betreuung sollen dort alltägliche und lebenspraktische Fähigkeiten und Werte vermittelt werden. Darüber hinaus haben die „Problemkids“ die Möglichkeit, ihren Schulabschluss nachzuholen. Andere wiederum nehmen an berufsvorbereitenden Maßnahmen teil oder machen sogar ihre Ausbildung. Das kann direkt beim CJD passieren oder in einem kooperierenden Betrieb. Deshalb kann ein Aufenthalt bei CJD zwischen einem und fünf Jahren dauern. „Die jungen Menschen können oft den Anforderungen des Alltags nicht entsprechen“, weiß Mitarbeiterin Amelie Rotthoff. Deshalb sei es besonders wichtig, die Persönlichkeit zu entwickeln. Ob die Probleme der Jugendlichen schwieriger als früher geworden seien, will der Bürgermeister wissen. „Auf jeden Fall“, findet Amelie Rotthoff. „Die Familienstrukturen haben sich stark verändert.“ Oft würde dem Nachwuchs „Lustlosigkeit“ vorgelebt. Um solche Dinge in den Griff zu bekommen, gibt es im CJD die Motivationsgruppe. Hier herrscht ein strukturierter Tagesablauf. Morgens aufstehen, gemeinsames Frühstücken und Abwaschen, dann eine Entspannungsübung. Schließlich Unterricht und Training zum Sozialverhalten. Neben Mathe und Deutsch sollen auch soziale Kompetenzen, Konfliktlösungen und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, in dem Jugenddorf in Herten vermittelt werden.
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