Viking








<> 

„Modellstudiengang Pflege“ kann beginnen

MARL. Die Unterschriften sind unter Dach und Fach, der erste „Modellstudiengang Pflege“ kann beginnen. Er ist eine Kooperation zwischen der Katholischen Hochschule NRW und 20 Alten- und Krankenpflegeschulen des Landes. Mit dabei ist auch die Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe am Marien-Hospital Marl – als einzige im Kreis Recklinghausen.
Der neue Studiengang verbindet die klassische Berufsausbildung an Pflegefachschulen mit einer akademischen Ausbildung. Wer die duale Ausbildung erfolgreich absolviert, dem winkt gleich ein doppelte Qualifizierung: zum einen der beufliche Abschluss in der Krankenpflege (nach drei Jahren), zummanderen der international anerkannte akademische Grad „Bachelor of Nursing“ (nach vier Jahren). Bislang konnten Pflegeschüler nur im Anschluss an ihre dreijährige Ausbildung einen akademischen Grad erwerben.
„Der Studiengang ist eine Antwort auf die demografischen Veränderungen“, erläutert Antonius Vollmer, Leiter der Schule am Marien-Hospital. „Unsere Gesellschaft wird immer älter. Dadurch steigt auch die Zahl der Pflegebedürftigen und ihr Bedarf an einer umfassenden medizinischen und pflegerischen Betreuung.“
Während in anderen europäischen Ländern und in den USA die Akademisierung der Pflege schon lange eine Selbstverständlichkeit ist, hinkt Deutschland hinterher. Antonius Vollmer: „Aber nun fordert auch die Politik, dass künftig 20 Prozent der Pflegenden eine Hochschulausbildung absolvieren sollen.“

Die ersten Studierenden werden zum Wintersemester 2011 ihr sechs Semester umfassendes Studium aufnehmen. Weil es erst nach dem ersten Ausbildungsjahr beginnt, können sich – nach erfolgreichem Abschluss der sechsmonatigen Probezeit – alle Schüler bewerben, die am 1. Oktober dieses Jahres mit ihrer Ausbildung an den Krankenpflegeschulen beginnen. Maximal fünf Plätze stehen jeder der am Pilotprojekt teilnehmenden Krankenpflgeschule zur Verfügung.
In Zukunft werden die studierten Pflegekräfte vor allem Tätigkeiten übernehmen, die über die rein pflegerischen Aufgaben hinaus gehen: So werden die Beratung von Kranken und Angehörigen, der Aufbau von Netzwerken und vor allem Konzepte zur Gesundheitsförderung zentrale Aufgaben sein.
Wer sich für den Studiengang interessiert, kann unter ( (02365) 911-107 Kontakt aufnehmen. /